Das Offenauer Kornlupferfest entstand aus einer Idee, die Gemeinschaft und Engagement miteinander verbinden sollte.
Im Jahr 1976 plante die katholische Kirchengemeinde die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Alban. Die Kosten waren mit rund 500.000 DM enorm hoch. Um die finanzielle Belastung möglichst gering zu halten, entschied sich der Kirchengemeinderat, einen Teil der benötigten Mittel durch eigene Aktionen zu erwirtschaften. So entstand die Idee eines Straßenfestes rund um Kirche, Pfarrhaus und Josefsheim.
Für die Organisation wurden die damaligen Kirchengemeinderäte Eugen Rittenauer und Heinrich Pierro beauftragt. Doch das geplante Straßenfest sorgte nicht überall für Begeisterung. Besonders Landwirte und Anwohner äußerten Bedenken wegen der Erntezeit, möglicher Schäden und des zu erwartenden Trubels.
48 Anlieger, teils Eigentümer und auch Mieter wurden angeschrieben und um ihre Zustimmung gebeten. Spontan haben 42 Anlieger zugestimmt, 6 Anlieger haben das Vorhaben mit folgender Begründung abgelehnt:
„Das Fest findet in der Erntezeit statt. Die Landwirte (und es waren damals noch viele) können nicht in ihre Höfe gelangen. Festbesucher könnten in die Höfe und Scheunen gelangen, Zigarettenkippen wegwerfen und dabei Häuser und Scheunen samt Inventar in Brand stecken. Die Benützung von Toiletten wäre nur im Josefsheim möglich. Zur späten Stunde würden Festbesucher nach reichem Alkoholgenuss in die Gärten pinkeln. Außerdem wohnen in der Pfalz – und Brunnenstraße viele ältere Leute, denen man ein solcher Straßenfestrummel nicht zumuten kann. Ein weiteres Problem wären die Wasser- und Stromanschlüsse.“
Nach den Regeln der Demokratie, hätte es aber trotzdem stattfinden können, denn eine mehrheitliche Zustimmung war ja vorhanden. Nun war der Rat des damaligen Bürgermeisters Walter Wirsching gefragt und er brachte schließlich eine entscheidende Idee ein:
„Wenn ihr ein solches Fest feiern wollt, dann bitte rund um Schule und Turnhalle. Dort habt ihr genügend Platz, eine Turnhalle mit Küche, Bühne und Toiletten, das Schulhaus und den Pausenhof, alles Eigentum der Gemeinde.“ Der Vorschlag wurde sofort aufgenommen und mit der Planung begonnen.
Damit war nicht nur ein neuer Veranstaltungsort gefunden, sondern auch der Grundstein für etwas Besonderes gelegt. Denn schnell stellte sich die Frage nach einem passenden Namen. Inspiriert vom Spitznamen der Offenauer – den „Kornlupfern“ – entstand der Name, der bis heute weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist:
Neunmal wurde das Fest rund um Schule und Turnhalle gefeiert, bevor es mit dem Neubau der Sporthalle an seinen heutigen Platz am Neckarufer umzog. Die einzigartige Atmosphäre direkt am Wasser prägt das Fest bis heute und macht seinen besonderen Charme aus.
Seit fast fünf Jahrzehnten lebt das Kornlupferfest vor allem vom ehrenamtlichen Engagement. Zahlreiche Offenauer Vereine, Helferinnen und Helfer sowie viele Bürgerinnen und Bürger packen Jahr für Jahr gemeinsam an – beim Auf- und Abbau, hinter den Ständen, am Grill oder auf der Bühne. Unterstützt werden sie von ausgewählten Gastronomiepartnern, vielfach mit Offenauer Wurzeln.
So ist das Kornlupferfest bis heute geblieben, was es von Anfang an war:
Ein Fest von Offenauern für Offenauer – und für alle Gäste, die diese besondere Gemeinschaft erleben möchten.
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